Internationale Schülerbegegnung in Deutschland und Polen

Im März 2025 fand das 5. und damit vorletzte Schülertreffen des ERASMUS+-Projektes in der JBS Golm in Kamminke auf Usedom statt. Es trafen sich wieder Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus Belgien, den Niederlanden, Polen und Deutschland, um sich über das Thema Menschenrechte auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Sehr eindrucksvoll fanden die Teilnehmenden den Besuch des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses in Anklam am ersten Projektarbeitstag. Während des Rundgangs durch die Gefängniszellen und den Todestrakt erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Neues, zum Beispiel „Was damals Recht war“ (Titel einer Ausstellung). Heute widmet sich das Museum der Friedensarbeit, die in der momentanen Weltlage immer wichtiger wird.


Am zweiten Tag ging es für die Gruppe schon sehr früh mit dem Bus nach Polen. Der erste Stopp führte auf das Gelände des ehemaligen Hydrierwerkes, was in der heute polnischen Stadt Police liegt. Dort wurden die Teilnehmenden durch eine Bunkeranlage des Hydrierwerkes geführt und erhielten einen interessanten Einblick. Am Nachmittag ging es nach Szczecin. Nach einem spannenden Besuch einer ehemaligen Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg unter der Stadt, konnten die Teilnehmenden den Tag noch mit einer Besichtigung der Stadt ausklingen lassen. 

Am 12.03.1945 - also vor 80 Jahren - hatten amerikanische Flugzeuge die Stadt Swinemünde mit ihrem Hafen bombardiert. Nach Schätzungen (Quelle JBS Golm) starben dort 4000 bis 6000 Menschen. Viele der Opfer wurden später auf der heutigen Kriegsgräberstätte Golm beerdigt. Die Schülerinnen und Schüler des ERASMUS+-Projektes nahmen aktiv an der Gedenkveranstaltung teil. Anton aus Deutschland und Wiktoria aus Polen sprachen das Totengedenken. Als Abschluss legte jeder in Erinnerung an die Opfer des sinnlosen Krieges eine Rose auf das große Gräberfeld.

Am Tag danach sprachen zwei Zeitzeugen über ihr Erleben des Bombenangriffs. Dieses Zeitzeugengespräch war für alle besonders wichtig, denn an diesen Einzelschicksalen, die sehr berührend waren, wurde für das Ausmaß der Tragödie fassbarer.

Am vorletzten Tag besuchte die Gruppe das Historisch-Technische Museum Peenemünde. In einer Führung erfuhren die Teilnehmenden unter anderem, dass in den ehemaligen Peenemünder Versuchsstellen, in denen Wissenschaftler an den sogenannten „Vergeltungswaffen“ arbeiteten, sehr viele Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ausgebeutet wurden. Anschließend erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen Vorträge über die Konzentrationslager in Peenemünde und stellten einzelne Häftlingsbiografien vor. 

Mit einem erholsamen Ausflug auf den Baumwipfelpfad in Heringsdorf und einem Abendspaziergang durch Swinemünde ging das Projekttreffen zu Ende. Es brachte uns viele neue Eindrücke, Erfahrungen und Begegnungen, ja sogar neue Freundschaften.

(Fotos: Tabea Sethmann)